MUTtertag

In Werbung und Gesellschaft wird oft eine Ideal-Vorstellung vom Mutter-Sein dargestellt. Aber auch Mütter selbst legen die Messlatte hoch. Fast jede Mutter will es anders (besser) machen als ihre eigene Mutter. Ich kenne kaum Mütter, die zufrieden sind mit der Weise, wie sie ihr Kind aufziehen.

Vergleiche mit der Umgebung und (zu) hohe Ideale sorgen manchmal für Verunsicherung. Haben wir Frauen verlernt, auf unser inneres Wissen zu vertrauen und zu fühlen, wenn es gut genug für uns selbst ist?

Mutter zu sein ist eine permanente Herausforderung und umfasst viel mehr als das „Haben“ eines Kindes. Eltern und Kind gehen eine lebenslange Verbindung mit Höhen und Tiefen ein. So eigen und doch so verschieden. Sowohl für Eltern als für Kinder ein formender Prozess.

Aber auch Frauen ohne Kinder können Mutter sein, im vollen Sinne des Wortes. Eine Frau, die in ihrer Mitte, in ihrer Kraft ist, versteht, dass sie ein Wesen in einem weiblichen Körper ist. Dass sie von Natur aus eine Quelle (Mater, Ursprung, Mutter) ist. Rundum kreativ und vielseitig, so auch schöpfend im Alltag. Sie weiß, dass es in ihrem Leben Tag und Nacht gibt, Wärme und Kälte. Sie ist. Sie gibt, aber nimmt auch liebevoll an, vor allem sich selbst.

Dieser liebevolle innere Wert, das weibliche Wissen, ist als Potential in allen Frauen vorhanden. Das Erzeugen und Weitergeben des Lebens besteht nicht nur aus der biologischen Mutterschaft.

Wenn eine Frau die kleinen und großen Schmerzen auf ihrem eigenen Lebensweg verarbeitet, dann wächst sie von dem biologischen Mutter- oder Frau-Sein in ihre weibliche Kraft des „Mater-Seins“ (Quelle, Ursprung) hinein. Während sie selbst bewusst in ihrer Entwicklung wächst, kann sie ihr (biologisches oder geistiges) Kind in seinem Wachstum begleiten.

Jede Frau, die aus ihrer eigenen inneren Quelle der weiblichen Kraft Liebe schöpft und diese, ohne sich selbst zu vernachlässigen, nach außen weitergibt, darf sich nach meiner Meinung Mutter (Mater, Quelle, Ursprung) nennen.

Sie weißt, dass alles zusammenhängt und dass sie sich mit den Zyklen ihres Lebens wiegen lassen kann, genauso wie Mutter-Erde sich mit den Jahreszeiten bewegt. Um diese Kraft zu „ent-decken“, muss sie ihre tieferen Schichten anschauen und lernen, dass auch die unangenehmen, unterdrückten Teile schöpfend sein können und zu ihr gehören.

Jede Frau kann Mutter sein von allem, was sie berührt, erschafft oder in' s Herz schließt. Wenn eine Frau sich dessen bewusst ist, ist sie unerschütterlich in ihrer Stärke. Dann ist sie die Mutter ihres eigenen Lebens.

Ich wünsche allen Frauen, mit oder ohne Kinder, einen schönen Muttertag.

Liebe Grüße, Saskia

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