Valentinstag...

Tag der Verliebten, weil Namenstag von Bischof Valentin, der gegen alle Regeln einen heidnischen Soldaten mit einer christlichen Frau den Ehebund schließen ließ.

Valentin fand die Liebe zwischen zwei Menschen wichtiger als die Gesetze des Kaisers. Er verheiratete heimlich Soldaten mit ihren Geliebten unter der Herrschaft von Kaisers Claudius II (268-270). Diese Soldaten durften damals nicht heiraten, weil der Kaiser der Ansicht war, dass unverheiratete Männer bessere Kämpfer seien.

Dieses Geheimnis blieb aber nicht lange ein Geheimnis. Valentin wurde verraten, Claudius ließ ihn verhaften und enthaupten.

Es ist mutig, gegen die bestehenden Regeln, allein nach der Entscheidung des Herzens zu handeln. Sowohl die Geliebten von damals wie auch Valentin, nahmen ein großes Risiko auf sich. Im Namen der Liebe handeln: Dies galt sowohl für die Menschen, die er verheiratete, wie auch für ihn selbst.

Seine strafbare Aktion, Menschen gegen die Regeln des Gesetzes zu verheiraten, war auch eine Form der Liebe. Liebe für das Leben und seine nicht vorhersehbaren, kurvigen Wege, welche manchmal die Gesetze und Vorschriften zu ignorieren erfordert.

Es gibt viele Formen von Liebe; in diesem Text werde ich mich auf eine kurze Betrachtung der relationalen Liebe beschränken.

Verliebtheit, mit all ihren überwältigenden Gefühlen, ist, nach meiner Meinung, ein wundersamer und freudiger Zustand des Seins, welcher Menschen eine gemeinsame Erfahrung machen lässt. Diese Erfahrung wird, wenn sie zusammen bleiben, später eines der verbindende Teile der Beziehung.

Wenn die erste romantische Verliebtheit abgeebbt ist und die Sterne der Liebe nicht mehr so günstig stehen, kann die Erinnerung daran, wie es begann, das Herz erweichen und den Mut geben, miteinander daran zu arbeiten, sich wieder näher zu kommen. Nur dann kann die Liebe starke Wurzeln entwickeln und die kleine zarte Knospe, welche die romantische Verliebtheit ist, sich entwickeln zu einer herrlich blühenden Blume.

Liebe umarmt auch Schwäche, Fehler und Unsicherheiten. Sowohl beim Partner wie auch bei sich selbst. Jemanden zu lieben, der schön, perfekt und stark ist, ohne auch seine Unvollkommenheiten anzunehmen, ist keine Liebe. Wer nur einen Teil des anderen liebt, liebt nicht teilweise, sondern liebt überhaupt nicht.

In dieser nur teilweisen Akzeptanz liegt ein Urteil über den Rest, der nicht so schön ist, und den man gar nicht sehen will. Liebe aber hat kein Urteil. Liebe ist Annahme ohne Bedingungen. Wahre Liebe ist die stärkste Kraft, die es gibt. Sie überwindet alles, sogar den Tod.

Aber wann ist Liebe „echt“? Wenn man nach der ersten Verliebtheit blind für die Fehler des Anderen bleibt? Wahrscheinlich ist es Liebe, wenn man die Fehler zwar sieht, sie aber mit einem Lächeln wahrnimmt. Ich weiß nicht, ob das eine Frage des Erlernens ist oder ob es einfach selbstverständlich wird, wenn man jemanden innig liebt. Wahrscheinlich ist es eine Kombination aus Erlerntem und Herzenswärme, die man für den anderen empfindet.

Fast niemand ist je fertig für das Leben. Die schwierigen Wendungen, die es manchmal nimmt, die großen und kleinen Kurven. Es gibt immer etwas. Aber wenn man sich liebt, ist das kein Problem. Dann will man nur beieinander sein. Zusammen werden große Probleme überschaubar und begreifbar.

Jemanden schrieb mir:
"Wenn man einen Menschen aus vollem Herzen liebt, wenn die eine Seele die andere Seele liebt, dann liebt man auch die Narben dieses Menschen, die Narben des Körpers und auch die Narben der Seele ...".
Ich fand es sehr treffend und rührend schön.

Sie schrieb auch an ihren Mann (während seiner Krankheit):
Du hast mir von einem für Dich völlig neuen Sinn geschrieben, den das Leben für Dich erhalten hat, seit wir uns kennen. Bitte, besinn' Dich auf diesen Sinn und kämpfe dafür, auch wenn es schwer wird ... Wann immer Dich Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit überkommen, denke an diesen Sinn und kämpfe weiter! Ich helfe Dir dabei, soweit es irgendwie geht. ..."

Ich war gerührt, da mir bewusst wurde, dass dies wahre Liebe ist. (Diese Frau hat mir freundlicherweise erlaubt, ihren Text zu benutzen.) „Ja“, dachte ich, „Paracelsus hat recht:"

Liebe ist der höchste Grad der Arznei.
Philippus Theophrastus Paracelsus

Einen schönen Valentinstag gewünscht! Liebe Grüße, Saskia

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