Adventszeit...

Advent ist lateinisch für „Ankunft". Die Zeit des Ankommens ... 

Papst Gregor der Große (504 -604 n. Chr.) legte die Zahl der Sonntage auf vier fest: Sie standen als Symbol für die viertausend Jahre, welche wir Menschen, (gemäß der Lehre der kath. Kirche) nach dem Sündenfall im Paradies auf den Erlöser warten müssen.

Und warten tun wir in der Adventszeit. Wir warten auf Weihnachten und Neujahr, warten auf das Ende der kurzen kalten Tage, die so dunkel sind.Aber gerade die dunkle und kalte Adventszeit mit ihren langen Abenden lädt uns ein, nach innen zu gehen. Sowohl in unsere Wohnung als auch in unsere Körper. Um bewusst nach innen zu spüren und zu fühlen, wie es uns geht. Eine Zeit, um anzukommen.

Ein Mann, dessen Beziehung gescheitert war, erzählte mir, dass es einer der schönsten Momente in seine Beziehung war, wenn er abends im Dunkeln nach Hause kam und sah, dass seine Freundin schon zu Hause war. Das Licht brannte, es war warm, und es roch nach Essen. Es war einer der größten Glücksmomente in seiner Beziehung: dass er ankommen, nach Hause kommen konnte.

Aber wenn er dann drinnen war, hatte er das schnell vergessen. Dann war die Post durchzuschauen und er machte sich schon Gedanken über seine Arbeit für den nächsten Tag. Der Glücksmoment des Ankommens war weg - und seiner Freundin hat er nie erzählt, wie schön er diesen fand.

In der Adventszeit sind wir sensibler. Viele Menschen verdrängen das durch geschäftiges Treiben mit den Vorbereitungen für Weihnachten. Stress vertreibt das Gefühl und schließt das Herz. Eine Flucht vor Gefühlen und vor Besinnung. Alles wird geputzt, man vergisst aber das Wichtigste: die innere Reinigung.

Lass die Ruhe und Stille zu, sodass du Dich innerlich reinigst und Raum schaffst. Damit nach der Adventszeit, mit dem zunehmenden Tageslicht, auch zunehmendes Licht in Dein Inneres kommen kann. Alle Arten von Kerzen und Lichter werden entzündet, um auch Licht in unseren Herzen zu fühlen. Um die Wärme des Feuers zu spüren und so die Glut wieder in uns zu entfachen, um die Kälte drinnen und draußen zu vertreiben.

Lass Dich nicht von Anderen zu Tätigkeiten verpflichten, sondern wähle ein paar besondere Dinge aus, die Du gerne machen würdest. Vielleicht zusammen mit einigen Menschen, die wichtig für Dich sind. Wenn Du Du selbst sein kannst, lädst Du andere auch dazu ein. Dann wird auch etwas „Einfaches“ etwas ganz Besonderes!

Das symbolische „Der Himmel öffnet sich …“ hängt direkt zusammen mit dem Öffnen der Herzen der Menschen. Es ist nicht voneinander getrennt: Die Erweiterung unserer Sensibilität, und damit das Öffnen unserer Herzen, wirkt sich aus auf alle Energie um uns herum. Herzensöffnung lässt uns zu Hause ankommen.

Das Wichtigste ist, dass Du bei Dir selbst ankommst. Erst dann kannst Du auch bei jemand anderem ankommen.

Ich wünsche euch eine schöne Adventszeit, eine schöne Ankunft!

Liebe Grüße, Saskia

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